Die Ruinensäulen des Zeustempels im Antiken Olympia auf dem Peloponnes

Antikes Olympia: Die Geburtsstätte der Olympischen Spiele

Reiseführer für Antikes Olympia: Zeustempel, antikes Stadion, Archäologisches Museum, Eintrittspreise und Anfahrt.

Das Heiligtum von Olympia auf dem Peloponnes war mehr als tausend Jahre lang das religiöse und sportliche Zentrum der antiken griechischen Welt. Die Olympischen Spiele — alle vier Jahre hier von 776 v. Chr. bis zu ihrer Unterdrückung durch den christlichen Kaiser Theodosius I. im Jahr 393 n. Chr. abgehalten — waren das bedeutendste Ereignis im griechischen Kalender. Stadtstaaten, die miteinander im Krieg lagen, schlossen Waffenstillstände, um ihren Athleten die Teilnahme zu ermöglichen; die Sieger wurden wie Helden gefeiert. Die Spiele dauerten 1.170 Jahre, und die Stätte, die sie hinterließen, ist eine der atmosphärischsten in Griechenland.

Die archäologische Stätte

Das Heiligtum (der Altis) ist ein annähernd rechteckiger heiliger Bezirk, umgeben von einer Mauer, mit den Überresten mehrerer Tempel, Schatzkammern und Sportanlagen.

Zeustempel: Der größte Tempel in Olympia und einst das bedeutendste Heiligtum Griechenlands — ein massives dorisches Bauwerk, um 456 v. Chr. fertiggestellt. Der Tempel beherbergte die chryselephantine Statue des Zeus (Elfenbein und Gold) von Phidias, eines der Sieben Weltwunder der Antike bei ca. 13 m Höhe. Der Tempel wurde durch Erdbeben zerstört; 16 massive Säulentrommeln liegen noch dort, wo sie fielen.

Heratempel (Heraion): Älter als der Zeustempel (um 600 v. Chr.) — der älteste Tempel an der Stätte und einer der ältesten erhaltenen dorischen Tempel Griechenlands. Die olympische Flamme wird hier noch immer mit einem Parabolspiegel in der traditionellen Zeremonie vor jedem modernen Olympischen Spiel entzündet.

Die Palästra: Die Ringerschule — ein von Säulen umgebenes Viereck, in dem Athleten trainierten. Die Säulen der West- und Südportiken sind teilweise wiederaufgebaut.

Die Werkstatt des Phidias: Das Gebäude, in dem die Gold-Elfenbein-Statue des Zeus konstruiert wurde — später zu einer christlichen Kirche umgebaut. Der Umriss der Werkstatt hat exakt die Größe der Cella des Tempels, sodass die Statue auf Passform geprüft werden konnte. Phidias’ Werkzeuge und Formen wurden hier gefunden; Tonstücke mit seinem Namen sind im Museum.

Das Stadion: Eine 192 m lange Sprintbahn mit originalen Startblöcken an beiden Enden. Der Tunnel, durch den Athleten und Kampfrichter vom Heiligtum eintraten, ist erhalten. Der Erdwall konnte ca. 40.000 Zuschauer fassen — keine Steinbestuhlung: Die Menge saß auf den Grashängen. Die gesamte Länge der Bahn zu laufen ist ein einzigartiges Erlebnis.

Das Archäologische Museum

Eines der bedeutendsten archäologischen Museen Griechenlands, eigens gebaut, um die Funde aus dem Heiligtum zu beherbergen.

Die Giebel des Zeustempels: Die bedeutendsten Objekte im Museum — die beiden Giebelgruppen (Marmorplastiken von den Ost- und Westgiebeln des Tempels) werden vollständig in einem langen Saal ausgestellt. Der Ostgiebel zeigt den Wagenrennmythos des Pelops; der Westgiebel zeigt die Lapithen-und-Zentauren-Schlacht. Die Handwerkskunst (um 456 v. Chr.) ist außergewöhnlich.

Die Nike von Paionios: Eine große Marmorfigur der Siegesgöttin, ursprünglich auf einem dreieckigen Sockel von 9 m Höhe montiert. Die Figur scheint zu landen — das Gewand ist im Fluge dargestellt. Eine der feinsten erhaltenen griechischen Marmorplastiken.

Der Hermes des Praxiteles: Eine Marmorfigur (um 330 v. Chr.), im Heratempel gefunden, allgemein als Originalwerk des Praxiteles angesehen (griechische Skulptur überlebt meist nur in römischen Kopien). In einem separaten Raum ausgestellt.

Phidias’ Werkzeuge: Tonstempel und ein Becher mit der Aufschrift „Ich gehöre dem Phidias” (PHEIDIO EIMI), in der Werkstatt gefunden.

Das Museum zur Geschichte der Olympischen Spiele

Ein separates Museum in der modernen Stadt Olympia (nicht in der Kombikarte enthalten, Eintritt €6, geöffnet Mi–Mo 8–15 Uhr) — gute Dokumentation über Geschichte, Regeln und sportliche Wettkämpfe der antiken Spiele. Weniger spektakulär als das archäologische Museum, aber als Ergänzung nützlich.

Das moderne Dorf Olympia

Das moderne Dorf ist eine einzige Hauptstraße mit Hotels, Tavernen und Touristenläden direkt neben dem Heiligtum.

Gastronomie: Taverne Melathron (traditionelle Peloponnese-Küche, ca. €15–22 pro Person), Kladeos (Flussgarten, verlässliche Grills und Salate, ca. €18–28 pro Person).

Unterkünfte: Hotel Pelops (freundlich, gut gelegen, ab ca. €70/Nacht), Villa Mercouri (Mittelklasse, gutes Frühstück, ab ca. €85/Nacht), Hotel Europa (Hügellage, Pool, ab ca. €110/Nacht).

Die Antiken Olympischen Spiele

Die Spiele wurden alle vier Jahre beim Vollmond nächst der Sommersonnenwende abgehalten — ein Datum, das mehr als ein Jahrtausend lang fest blieb. Alle freien griechischen Männer waren berechtigt zu wettkämpfen (Sklaven und Nicht-Griechen waren ausgeschlossen). Die Wettkämpfe bestanden ursprünglich nur aus einem einzigen Sprintrennen (der Stadion, 192 m); bis zum 5. Jahrhundert v. Chr. war das Programm auf längere Läufe, Ringen, Boxen, Pankration (eine brutale Kombination der beiden), den Fünfkampf (Sprint, Diskus, Speer, Weitsprung, Ringen), Wagenrennen und Pferdesportarten ausgeweitet worden.

Die Sieger erhielten einen Kranz aus Olivenblättern, vom heiligen Baum beim Heratempel geschnitten — kein Geld, keine Medaille. Die Ehre war jedoch enorm: Zurückkehrende Sieger wurden von ihren Städten wie Götter empfangen, erhielten lebenslange Freimahlzeiten und wurden in Oden von Dichtern wie Pindar gefeiert.

Die Spiele wurden vom christlichen Kaiser Theodosius I. im Jahr 393 n. Chr. als Teil seiner Beseitigung heidnischer religiöser Praktiken unterdrückt. Die Stätte wurde danach als byzantinische Siedlung genutzt, dann verlassen, dann von Schwemmsedimenten aus wiederholten Überschwemmungen bedeckt. Systematische Ausgrabungen wurden von französischen und dann deutschen Archäologen in den 1870er Jahren begonnen; das Deutsche Archäologische Institut setzt die Ausgrabungen seit 1936 fort.

Praktische Informationen

Öffnungszeiten: 8–20 Uhr täglich (April–Oktober), 8–15 Uhr Di–So (November–März), montags im Winter geschlossen.

Kombikarte: €18 Erwachsene (April–Oktober), €12 (November–März, Stand 2026). Umfasst die archäologische Stätte und das Archäologische Museum; das Museum zur Geschichte der Olympischen Spiele erfordert ein separates Ticket (€6).

Öffentlicher Transport: KTEL-Busse aus Athen (Kifissos-Terminal) benötigen ca. 5 Stunden und kosten €30–35. Zwei bis drei Abfahrten täglich. Von Pyrgos (dem nächsten Bahnhof) verkehren Lokalbusse und Taxis die 30 km nach Olympia in ca. 30 Minuten (Taxi ca. €20).

Geführte Touren aus Athen: Tagestouren kosten typischerweise €75–110 pro Person einschließlich Transport, Führer und Eintritt.

Einen längeren Aufenthalt in der Gegend planen? Unser Olympia Stadtführer bietet Informationen zu Unterkünften, Gastronomie und weiteren Sehenswürdigkeiten.

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Den vollständigen Olympia-Stadtführer findet man in unserem Olympia Reiseführer. Olympia liegt auf der klassischen Peloponnes-Rundreise — siehe unseren Peloponnes-Roadtrip-Reiseplan für den Tag-für-Tag-Plan. Für weitere große antike Stätten, siehe unsere Guides zu Mykene und Epidaurus.

Siehe auch

Frequently Asked Questions

Wie kommt man nach Antikes Olympia?
Mit dem Mietauto von Athen: ca. 3,5 Stunden (320 km über die A8 Richtung Patras, dann südwärts). Mit dem Zug: Athen nach Pyrgos (ca. 4–5 Stunden, Umstieg in Patras oder Korinth), dann Bus oder Taxi nach Olympia (ca. 30 Minuten). Mit dem Bus: KTEL von Athen nach Olympia (ca. 5 Stunden, €30–35, zwei Abfahrten täglich).
Was kostet der Eintritt nach Antikes Olympia?
Kombikarte für archäologische Stätte und archäologisches Museum: €12 Erwachsene (November–März), €18 Erwachsene (April–Oktober, Stand 2026). Ein separates Museum zur Geschichte der Olympischen Spiele in der Antike befindet sich in der modernen Stadt (Eintritt €6, nicht in der Kombikarte enthalten — lohnenswert bei ausreichend Zeit).
Wie lange braucht man in Olympia?
Für die archäologische Stätte und das Museum zusammen 3–4 Stunden einplanen. Die Stätte erstreckt sich über eine große Fläche (ca. 1 km vom Eingang bis zum Stadion) und erfordert Fußmärsche; im Sommerhitze mehr Zeit einplanen. Ein halber Tag von Patras aus ist machbar; eine Übernachtung im modernen Dorf Olympia ist komfortabler.
Kann man im antiken Olympia-Stadion laufen?
Ja — Besucher können auf der Bahn im antiken Stadion gehen und laufen. Die originale 192 m lange Sprintdistanz ist markiert. Der Eintritt ist im Standortticket enthalten. Die Bahn des antiken Stadions entlangzulaufen ist eines der besonderen Touristenerlebnisse Griechenlands.

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