Nafplio Altstadt-Uferpromenade mit der Palamidi-Festung hoch auf dem Felsen über dem Argolischen Golf

Peloponnes Roadtrip: 7–10 Tage mit dem Mietwagen

Peloponnes Roadtrip 7–10 Tage: antike Stätten, Klippenstädte, byzantinische Burgen, Hotels, Eintrittspreise und Routentipps inklusive.

Der Peloponnes ist Griechenlands am meisten unterschätztes Reiseziel. Diese halbinselartige Region südlich von Athen vereint bronzezeitliche Zitadellen, byzantinische Ruinenstädte, venezianische Festungen, mittelalterliche Klippenstädte und einige der schönsten Dörfer des Landes — ohne die Massen der Kykladen.

Die Hauptstraße rund um den Peloponnes (E65 und verbundene Routen) ist gut ausgebaut. Die empfohlene Richtung: Gegen den Uhrzeigersinn — Nafplio, dann südlich zum Mani, dann Kalamata, Olympia und zurück nach Athen.


Route im Überblick (7 Tage)

TagStationDistanz vom Vorort
1Ankunft Nafplio145 km von Athen (~2 Std.)
2Mykene + EpidaurosTagesausflüge von Nafplio
3Mystras (Sparta)245 km von Nafplio (~3 Std.)
4Mani (Vathia / Diros-Höhlen)95 km von Sparta (~1,5 Std.)
5Monemvasia150 km von Mani (~2,5 Std.)
6Kalamata + Überfahrt nach Olympia185 km (~2,5 Std.)
7Olympia + Rückfahrt nach Athen310 km (~4 Std.)

Tag 1: Nafplio

Nafplio ist das Tor zum Peloponnes und eine der schönsten Kleinstädte Griechenlands. Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel zwischen venezianischen Festungen — die Palamidi auf 216 Meter Höhe und die kleine Festung Bourtzi auf einer Insel im Hafen.

Von Athen per Mietwagen über die Autobahn (A7 / E65): ca. 145 km, 1,5–2 Std.

Palamidi-Festung: 999 Stufen Aufstieg (ca. 30–40 Min.) oder Taxi bis oben (6–8 EUR). Eintritt: 8 EUR. Öffnungszeiten: 8:00–20:00 Uhr (Sommer). Der Blick über die Altstadt und den Argolischen Golf ist atemberaubend.

Syntagma-Platz (Nafplio): Das belebte Zentrum der Altstadt mit Cafés, dem Archäologischen Museum (6 EUR Eintritt) und venezianischer Loggia. Abendessen: Savouras (Vasileos Konstantinou 79, frische Meeresfrüchte, 20–35 EUR/Person) oder Taverna Paleo Archontiko (Eolou, traditionelle griechische Küche, 15–25 EUR/Person).

Unterkunft Nafplio: Hotel Ilion (Ypsilandou 4, 90–150 EUR/Nacht), Hotel Latini (Kokkinou 2, 110–170 EUR/Nacht), Amphitryon Hotel (Spiliadou, Hafenblick, 160–260 EUR/Nacht).


Tag 2: Mykene und Epidauros

Beide Stätten per Mietwagen von Nafplio als Tagesausflug: Mykene zuerst (früh, weniger Hitze), dann Epidauros.

Mykene (48 km von Nafplio, 45 Min.): Bronzezeitliche Zitadelle auf einem strategischen Hügel, Zentrum der mykenischen Zivilisation (1600–1100 v. Chr.). Das Löwentor (Haupteingang, um 1250 v. Chr.) ist das älteste erhaltene Monumentaltor Europas. Das Schatzhaus des Atreus (Kuppelgrab, 14. Jh. v. Chr.) ist das größte mykenische Grab. Eintritt: 12 EUR. Öffnungszeiten: 8:00–20:00 Uhr.

Epidauros (35 km südöstlich von Mykene): Das antike Theater fasst 14.000 Zuschauer und hat eine Akustik, die eine Stecknadel am hinteren Rang hörbas lässt — das Ergebnis von Kalkstein-Bänken in genau berechnetem Winkel. Eintritt: 12 EUR (inkl. Museum). Öffnungszeiten: 8:00–20:00 Uhr. Jedes Jahr (Juli–September) finden die Epidauros-Festspiele hier statt — antike Theaterstücke auf Griechisch, buchbar online.


Tag 3: Mystras (Sparta)

Mystras (245 km von Nafplio, 3 Std. Fahrt): Die byzantinische Ruinenstadt auf einem Ausläufer des Taygetos-Gebirges ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Stätten Griechenlands. Von 1261 bis zur osmanischen Einnahme 1460 war Mystras die kulturelle Hauptstadt der Spätbyzantinischen Zeit — hier wurden Texte des Platon kopiert und Fresken gemalt, die später Renaissance-Maler in Italien beeinflussten.

Die Ausgrabungsstätte teilt sich in Untere Stadt (Klöster Pantanassa und Perivleptos, die besten Fresken) und Obere Stadt (Palast des Despoten, Burg). Eintritt: 12 EUR. Öffnungszeiten: 8:00–20:00 Uhr. Ca. 2–3 Std. für die gesamte Stätte einplanen. Festes Schuhwerk empfohlen (Kopfsteinpflaster und steile Pfade).

Übernachtung in Sparta (8 km von Mystras): Hotel Maniatis (Paleologou 72, 70–120 EUR/Nacht), Dioskouri Hotel (Kleomvrotou, 60–100 EUR/Nacht).


Tag 4: Mani-Halbinsel

Die Mani-Halbinsel ist die isolierteste Region Griechenlands — ein Finger trockenen Kalksteinlandes, der ins Mittelmeer ragt. Die Manioten entwickelten eine eigenständige Architektur: hohe Türme aus beige-grauem Stein, gebaut für Familienstreitigkeiten und als Statussymbol.

Diros-Höhlen (Pyrgos Dirou, ca. 60 km von Sparta): Eine der schönsten Meereshöhlen der Welt — per Boot durch das beleuchtete Stalagmiten-Labyrinth. Eintritt inklusive Bootsfahrt: ca. 15 EUR. Öffnungszeiten: 8:30–17:30 Uhr (Sommer). In der Hauptsaison früh ankommen — Wartezeiten bis zu 2 Stunden möglich.

Vathia (35 km südlich): Das dramatischste Turmhaus-Dorf des Mani — verlassene Türme auf einem Bergrücken mit Blick auf das Mittelmeer. Kein Tourismus, kein Eintritt, nur die Atmosphäre eines mittelalterlichen Dorfes. Fotografisch einzigartig.

Areopoli: Die Hauptstadt des Deep Mani, klein aber belebt. Gute Mittagsoptionen: Taverna Nikos (traditionell, 14–22 EUR/Person).

Übernachtung: Kapetanakos Tower Houses (Areopoli, 90–160 EUR/Nacht, restaurierte Turmhäuser), Limeni Village Hotel (Limeni Bay, Meerblick, 120–200 EUR/Nacht).


Tag 5: Monemvasia

Monemvasia (150 km von Mani, 2,5 Std.): Eine byzantinische Festungsstadt auf einem Felsenvorsprung, der durch eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die mittelalterliche Unterstadt ist komplett autofrei — Kopfsteinpflastergassen, byzantinische Kirchen, venezianische Häuser. Die Hagia Sophia-Kirche oben auf der Festung (steiler Aufstieg) bietet Panoramablick übers Meer.

Eintritt in die Festungsstadt: kostenlos (Besuch jederzeit möglich). Museum Monemvasia: 4 EUR.

Monemvasia ist das teuerste Reiseziel auf dem Peloponnes. Die intramuralen Hotels sind Boutique-Objekte in restaurierten venezianischen Gebäuden.

Unterkunft Monemvasia: Kellia Hotel (innerhalb der Mauern, 160–280 EUR/Nacht), Malvasia Traditional Hotel (140–240 EUR/Nacht). Günstigere Option im Geisterdorf Gefira auf dem Festland (50–80 EUR/Nacht, 5 Min. zu Fuß zur Brücke).


Tag 6: Kalamata und Weiterfahrt nach Olympia

Kalamata (185 km von Monemvasia, 2,5 Std.): Die Hauptstadt Messenienstisches ist vor allem für seine Oliven bekannt — Kalamata-Oliven mit EU-Herkunftsschutz. Der Markt am Samstagmorgen auf dem zentralen Platz ist sehenswert. Das Benaki-Museum Kalamata zeigt messenische Archäologie. Das mittelalterliche Kastell überblickt die Stadt.

Günstiger Stopp für Mittagessen und Olivenöl-Einkauf, dann Weiterfahrt nach Norden.

Unterkunft Olympia: Die meisten Reisenden übernachten in der modernen Ortschaft Archaia Olympia (3 km von der Ausgrabungsstätte). Hotel Neda (Karamanli 3, 70–110 EUR/Nacht), Hotel Europa (5 km von Olympia, 90–150 EUR/Nacht, Pool, Panoramablick).


Tag 7: Olympia und Rückfahrt nach Athen

Olympia (310 km von Athen, 3,5–4 Std. Rückfahrt — daher: früh starten):

Die antike Sportstätte ist der Geburtsort der Olympischen Spiele (erste Aufzeichnung 776 v. Chr.). Die Ausgrabungsstätte umfasst den Zeustempel (5. Jh. v. Chr., der größte dorische Tempel auf dem Peloponnes), den Heratempel (ältester Tempel, 7. Jh. v. Chr.), das antike Stadion (22.000 Zuschauer), die Palästra (Ringerschule) und die Werkstatt des Phidias (hier entstand die Zeusstatue, eines der Sieben Weltwunder).

Eintritt: 12 EUR (kombiniert mit Museum). Archäologisches Museum Olympia: Eines der besten Archäologiemuseen Griechenlands — Original-Skulpturen aus dem Zeustempel, Helm des Miltiades. Öffnungszeiten: 8:00–20:00 Uhr (Sommer). Für beide (Stätte + Museum): 2,5–3 Std. einplanen.

Rückfahrt nach Athen: E55 nordwärts über Patras, dann E65 nach Athen. Bei Verkehr (Freitagnachmittag, Sonntag) 4–5 Stunden einkalkulieren.


10-Tage-Variante

Für 10 Tage: 2 Nächte in Nafplio (Mykene, Epidauros, Tiryns), 2 in Sparta/Mystras, 1–2 in Mani, 2 in Monemvasia, 2 in Olympia (mit Abstecher ins nahgelegene Bassae mit dem Apollon-Tempel, 65 km südlich).

Alternativ: Fahrtunterbrechung in Korinth auf dem Rückweg (Ausgrabungsstätte und Kanal, 90 km von Athen) und Übernachtung in Loutraki am Meeresarm.


Buchungshinweise

  • Mietwagen: Ab Athen-Flughafen (Eleftherios Venizelos), 30–50 EUR/Tag Kompaktklasse. Lokale Anbieter oft günstiger als internationale. GPS oder Google Maps im Voraus herunterladen — Mobilfunk in Mani-Bergregionen schwach.
  • Eintritte: Kombiniertes Archäologieticket “Archaeological Sites and Museums” gilt für viele staatliche Stätten (40 EUR für Saisonticket).
  • Saison: April–Juni und September–Oktober ideal (keine Sommerhitze, alle Stätten geöffnet). Juli–August: Mittag-Hitze bei Ausgrabungsstätten stark (38–42°C in der Messenischen Ebene).

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Frequently Asked Questions

Braucht man ein Auto für den Peloponnes?
Ein Mietwagen ist stark empfohlen. KTEL-Busse verbinden die größeren Städte, aber die Fahrpläne zu archäologischen Stätten wie Mykene und Epidauros sind selten. Mit dem Auto können Sie drei Stätten an einem Tag besuchen, die per Bus je einen separaten ganzen Tag brauchen würden. Mietwagen vom Athener Flughafen: ca. 30–50 EUR/Tag für Kompaktklasse.
Was sind die besten Stätten auf dem Peloponnes?
Mykene (bronzezeitliche Zitadelle), Epidauros (antikes Theater mit Weltruf-Akustik), Mystras (byzantinische Ruinenstadt), Monemvasia (mittelalterliche Festungsstadt auf einem Felsen), Olympia (antike Sportstätte, Geburtsort der Olympischen Spiele) und Nafplio (schönste Kleinstadt Griechenlands). Eine Woche reicht für alle sechs.
Was kostet ein Peloponnes-Roadtrip?
Für eine Mittelklasse-Reise kalkulieren Sie 100–160 EUR/Tag pro Person: 30–50 EUR Mietwagen, 50–90 EUR Unterkunft (Doppelzimmer), 25–40 EUR Mahlzeiten, 10–20 EUR Eintritte. Nafplio, Kalamata und Sparta haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; Monemvasia ist teurer.

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