Eine Auswahl griechischer Mezedes mit Taramosalata, Tzatziki, Oliven und gegrilltem Oktopus

Griechischer Speiseführer: Was man in Griechenland essen sollte

Wesentliche Gerichte, regionale Spezialitäten, Tavernen vs. Touristenfallen und Tipps zum günstigen Essen: der praktische Griechenland-Speiseführer.

Griechisches Essen ist mediterranen Charakters, unterscheidet sich aber von der italienischen oder spanischen Küche — geprägt durch byzantinisch-christliche Fastentraditionen (die ein reiches Repertoire an Gemüsegerichten schufen), osmanischen kulinarischen Einfluss und die wilden Kräuter und das Olivenöl der griechischen Landschaft. Die Grundprinzipien sind einfach: ausgezeichnetes Olivenöl, sehr frisches Gemüse und Fisch oder Fleisch, unkompliziert zubereitet.

Die Grundlagen

Olivenöl: Griechisches Olivenöl gehört zu den besten der Welt — besonders aus Kreta, Kalamata und Lesbos. Die Produktion ist überwiegend extra-nativ, kalt gepresst und sehr säurearm. Es wird über fast alles gegossen. Den Brotkurs nicht überspringen — die Kombination aus griechischem Brot, Olivenöl und Meersalz ist eine Mahlzeit für sich.

Käse: Griechenland produziert Hunderte namentlich bekannte Käsesorten. Die wichtigsten:

  • Feta: PDO-Bezeichnung — echter Feta wird aus Schafsmilch (oder Schaf und Ziege) in bestimmten griechischen Regionen hergestellt. Ein anderes Produkt als bulgarischer oder dänischer “Feta”.
  • Graviera: Ein nussiger, leicht süßlicher Hartkäse — ausgezeichnet aus Kreta (kretischer Graviera PDO) und aus Naxos (naxischer Graviera).
  • Halloumi: Technisch gesehen ein zypriotischer Käse, in Griechenland aber weit verbreitet — grillt ohne zu schmelzen.
  • Anthotyros und Myzithra: Frische Weißkäse, ähnlich wie Ricotta. In Dakos und herzhaften Pasteten verwendet.

Der Bauernsalat (Horiatiki): Tomate, Gurke, grüne Paprika, rote Zwiebel, Oliven und eine Scheibe Feta, nur mit Olivenöl und getrocknetem Oregano angemacht. Kein Salat. Kein Essig (außer auf einigen Inseln). Das ist kein angemachter Salat — es ist ein Teller Zutaten, die kombiniert werden.

Wesentliche Gerichte

Souvlaki: Gegrillte Schweinefleisch-Spieße, auf einem Teller mit Pita und Tzatziki serviert oder in einem Pita mit Tomate und Zwiebel gewickelt. Ca. 3–4 € pro Wrap vom Grillstand, ca. 10–14 € als Teller. Das beste Souvlaki in Athen gibt es bei Kostas am Plateia Agias Irinis.

Gyros: Schweinefleisch oder Hähnchen, am vertikalen Drehspieß gegart, geschnitten und im Pita serviert. Das häufigste Straßenessen; ca. 3–4 €.

Moussaka: Überbackenes Schichtgericht aus Lammhackfleisch (oder Rindfleisch), gebratener Aubergine und Béchamelsauce. Ein Restaurant-Klassiker statt Straßenessen — gut in traditionellen Tavernen, mittelmäßig in Touristenfallen.

Kleftiko: Langsam gebratenes Lamm, in Pergament eingeschweißt und stundenlang gebacken — extrem zart, vom Knochen fallend. Ein Sonntagsgericht in vielen Tavernen und eine zypriotische Spezialität, die aber in ganz Griechenland zu finden ist.

Gemista: Mit Reis und Kräutern gefüllte Tomaten und Paprika, weich gebacken. Klassisches Sommer-Tavernen-Gericht, warm oder bei Raumtemperatur gegessen.

Stifado: Ein reichhaltiger Eintopf aus Kaninchen oder Rindfleisch mit Perlzwiebeln, Rotwein, Essig und Zimt — eines der komplexeren griechischen Gerichte, venezianischen Ursprungs.

Taramosalata: Geräucherter Karpfenrogen vermischt mit Brot oder Kartoffel, Zitrone und Olivenöl. Die gute Version ist blassrosa und hat einen delikaten Geschmack; die grell-rosa Supermarktversion hat damit wenig zu tun.

Tzatziki: Abgesiebter Joghurt mit Gurke, Knoblauch und Dill — technisch gesehen kein Dip, sondern ein Beilagengewürz, das zu allem Gegrillten gereicht wird.

Meeresfrüchte

Griechische Meeresfrüchte gehören zu den besten im Mittelmeer, erfordern aber das Wissen, wie man bestellt.

Fisch nach Gewicht: Die meisten Hafen-Tavernen verkaufen Fisch nach Kilogramm — man wählt aus der Auslage, der Fisch wird vor dem Garen gewogen und entsprechend bezahlt. Preise ca. 55–90 €/kg, je nach Fisch. Barbouni (Rotbarbe), Lavraki (Wolfsbarsch) und Tsipoura (Goldbrasse) sind die häufigsten; Oktopus und Tintenfisch sind erschwinglicher.

Vermeiden: Vorgekochter oder eingefrorener Fisch, der als frisch ausgegeben wird. Restaurants an Touristenhochburgen (Santorini-Caldera-Blick, Mykonos-Hafen, Korfu-Promenade) tun das häufig. Merkmale frischer Fische: klare Augen, rote Kiemen, festes Fleisch.

Gegrillter Oktopus: An der Sonne zum Trocknen aufgehängt (das markante Bild griechischer Hafenmauern), dann über Holzkohle gegrillt. Sollte zart, leicht angebrannt und mit Olivenöl und Zitrone angemacht sein.

Gebratener Kalamari: Frischer Tintenfisch, leicht mehliert und gebraten — vollständig anders als die gummiartigen Ringe, die man anderswo findet. In jeder Hafen-Taverne bestellen.

Mezedes-Kultur

Mezedes (Plural von Mezes) sind kleine gemeinsame Gerichte, die für den Tisch bestellt werden. Mezedes zu essen ist die genussreichste Art, in Griechenland zu essen — Vielfalt und Geselligkeit des Formats passen perfekt zum Essen.

So bestellt man: In einem Mezedopoleio oder einer Ouzerie der Bedienung ungefähr sagen, wie viele Personen am Tisch sind und ob man hauptsächlich Gemüse, Meeresfrüchte oder Fleisch möchte. Sie werden Vorschläge machen. In Runden bestellen; mit 4–5 Gerichten für zwei Personen beginnen, bei Bedarf mehr hinzufügen.

Klassische Mezedes: Taramosalata, Tzatziki, Saganaki (gebratener Käse), gegrillter Halloumi, Spanakopita (Spinat-Feta-Pastete), Tyropita (Käsepastete), Horta (gekochtes Wildgemüse mit Olivenöl und Zitrone), Fava, Dolmades (gefüllte Weinblätter), gegrillter Oktopus, gebratener Kalamari, marinierte Sardellen.

Trinken in Griechenland

Wein: Griechenland produziert seit 4.000 Jahren Wein — und die moderne Weinszene holt endlich ihre Geschichte auf. Wichtige Weine: Assyrtiko aus Santorin (knackig, mineralisch, außergewöhnlich zu Meeresfrüchten), Xinomavro aus Naoussa in Mazedonien (tanninreich, komplex, Griechenlands Antwort auf den Barolo), Agiorgitiko aus Nemea (weicher und speisefreundlicher Rotwein). Nach Lokalwein fragen; die meisten Tavernen haben Fasswein (Varelisio) — in der Regel gut und günstig (ca. 4–7 € pro 500 ml).

Ouzo: Der Anislikör Griechenlands — mit Eis oder kaltem Wasser getrunken (wobei er milchig wird), immer mit Essen. Das beste Ouzo kommt von Lesbos (Ouzo Mini, Ouzo Barbayannis). Niemals Ouzo ohne Essen trinken — es ist kein Sologetränk.

Tsipouro: Ein ungereifter Traubentresterschnaps (ähnlich wie italienischer Grappa oder französischer Marc), produziert in Thessalien, Mazedonien und Epirus. Stärker als Ouzo, weniger süß. Kalt getrunken, mit Mezedes. Die besten kommen aus Thessalien.

Griechischer Kaffee: Ungefiltert, dick, in kleinen Tassen serviert mit dem Kaffeesatz am Boden. Nach Süße angegeben: Sketos (ohne Zucker), Metrios (mittel — ca. 1 TL), Glykos (süß). Warten, bis sich der Kaffeesatz absetzt, bevor man trinkt.

Frappé: Kalt geschüttelter Nescafé mit Wasser und Milch — 1957 in Griechenland erfunden, noch immer allgegenwärtig in jedem Café. Nicht der ausgefeilteste Kaffee, aber das nationale Sommergetränk.

Regionale Spezialitäten

Kreta: Dakos (Gerstenrusk mit geriebenem Tomaten und Myzithra), kretischer Graviera, Antikristo (ganzes Tier aufrecht um ein Feuer gegart), Kalitsounia (kleine Käsepasteten), lokales Olivenöl (eines der besten der Welt).

Thessaloniki: Bougatsa (mit Pudding gefülltes Gebäck, zum Frühstück gegessen), Koulouri (mit Sesam überzogener Brotring, von Straßenverkäufern verkauft), die Grillfleisc-Kultur (die Metzger und Grillhäuser der Stadt sind legendär).

Epirus (Ioannina): Hortopita (Wildkräuterpastete), Kontosouvli (langsam gebratenes Schweinefleisch), geräucherter Aal aus dem Pamvotis-See, Dorföse.

Santorin: Tomatokeftedes (gebratene Kirschtomatenfritter — die kleinen vulkanischen Santoriner Tomaten sind einzigartig süß), Fava (gelbes Spalterbsenpüree aus dem vulkanischen Boden Santorins), weiße Aubergine.

Lesbos: Olivenöl (das definierende Produkt der Insel), Ouzo, lokale Sardinen und Ladotyri (in Olivenöl konservierter Käse).

Für stadtspezifische Restaurantführer, unseren Athen-Restaurantführer und Thessaloniki-Restaurantführer lesen.

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Siehe auch

Frequently Asked Questions

Was ist das beste griechische Essen, das man probieren sollte?
Mit den Grundlagen beginnen: Horiatiki (Bauernsalat — Tomate, Gurke, Olivenöl, Feta), gegrillter Fisch nach Gewicht in einer Hafen-Taverne, Souvlaki vom richtigen Grillstand (nicht aus der Touristenfalle) und frische Meeresfrüchte-Mezedes. Für regionale Spezialitäten: kretische Dakos, Thessaloniki-Bougatsa, Santoriner Tomatokeftedes (Tomatenbällchen) und Epirus-Hortopita (Wildkräuterpastete).
Was ist der Unterschied zwischen einer Taverne und einem Restaurant in Griechenland?
Eine Taverne ist ein informales Lokal — einfaches Dekor, Papierdecken, eine kurze Speisekarte griechischer Klassiker und meist gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Restaurant (Estiatorio) ist formeller, mit längerer Speisekarte und höheren Preisen. Ouzeries und Mezedopolia sind auf Mezedes und Ouzo/Tsipouro spezialisiert. Für das beste Essen in Griechenland gewinnen Tavernen oft.
Ist die griechische Küche vegetarierfreundlich?
Ja — die griechische Küche hat eine starke Gemüsetradition, die teilweise durch orthodoxe Fastenzeiten geprägt ist (viele Griechen essen mittwochs und freitags vegan). Gerichte wie Gigantes (gebackene Riesenbohnen), Spanakopita (Spinatpastete), Fava (gelbes Spalterbsenpüree), Briami (geröstetes Gemüse) und Fasolada (Bohnensuppe) sind alle ausgezeichnet. Die meisten Tavernen haben mehrere vegetarische Optionen.
Was kostet auswärts essen in Griechenland?
Ein Essen in einer lokalen Taverne (Hauptgericht, Salat, Karaffe Wein oder Bier): ca. 15–25 € pro Person. Ein Souvlaki-Wrap vom Grillstand: ca. 3–4 €. Ein frisches Meeresfrüchte-Essen mit nach Gewicht berechnetem Fisch: ca. 40–70 € pro Person. In Touristengebieten (Mykonos-Hafen, Santorin-Caldera-Restaurants, Korfu-Hafen) sind die Preise deutlich höher.

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