Enge Gasse mit Außensitzplätzen eines Restaurants in Pollonia, Milos, Griechenland

Vegane Griechische Inseln: Was man auf jeder Insel isst

Kreta, Santorin, Mykonos, Naxos, Paros, Rhodos und mehr: ein praktischer Ratgeber für veganes Essen auf den griechischen Inseln.

Vegan auf den griechischen Inseln zu essen ist nicht schwierig — aber es variiert je nach Insel erheblich. Kreta und Santorin verfügen über eine gute vegane Infrastruktur; ruhigere Inseln wie Folegandros oder Ikaria arbeiten mit traditioneller, saisonaler Küche, wo pflanzenbasiertes Essen bedeutet, eine Tavernen-Speisekarte zu navigieren, anstatt ein eigenes veganes Restaurant zu finden. Dieser Ratgeber geht Insel für Insel vor, damit man genau weiß, was einen erwartet.

Kreta

Kreta ist wohl die einfachste griechische Insel für veganes Essen. Die kretische Ernährung ist bekannt für ihren pflanzlichen Schwerpunkt — Olivenöl, wilde Kräuter, getrocknete Hülsenfrüchte und saisonales Gemüse prägen die lokale Küche seit Jahrhunderten. Die traditionelle kretische Ernährung geht dem modernen Konzept der pflanzenbasierten Ernährung um mehrere Generationen voraus.

Was man auf Kreta essen sollte:

  • Stamnagathi — wilder Chicorée, ein auf Kreta heimisches, bitteres Grüngemüse, blanchiert und mit Zitrone und Olivenöl angemacht. In Dorf-Tavernen auf der ganzen Insel zu finden.
  • Dakos — kretischer Gerstenrusk mit zerdrückter Tomate, Olivenöl und getrocknetem Oregano. Ohne Käse bestellen (“horis tyri”) für eine vegane Version.
  • Boureki — eine kretische Kartoffel-Zucchini-Torte, die traditionell Mizithra-Käse enthält; vegane Versionen gibt es in einigen Bäckereien.
  • Gigantes plaki — große weiße Bohnen in Tomatensauce, überall erhältlich.
  • Langsam geschmorte dicke Bohnen (Koukia) — ein Frühlingsgericht, das bei traditioneller Zubereitung vollständig pflanzenbasiert ist.

In Heraklion: Die Marktstraße (Odos 1866) in der Nähe des alten Hafens hat Gemüsestände, Olivenverkäufer und kleine Lokale, wo ein Teller Horta mit Brot weniger als ca. 5 € (Stand 2026) kostet. Mehrere Cafés im Zentrum bieten inzwischen Hafermilch an.

In Chania: Der alte Hafenbereich ist touristisch und die Preise spiegeln das wider. Besseres pflanzenbasiertes Essen findet man ein paar Straßen weiter in den Wohngebieten — man suche Tavernen, wo die Speisekarte handgeschrieben ist und der Gemüseabschnitt lang ist.

In Rethymno: Ähnlich wie Chania, aber etwas weniger touristisch geprägt. Die Altstadt hat mehrere Mezedopoleia, wo Gemüsegerichte und Hülsenfrucht-Eintöpfe die Speisekarte im Sommer dominieren.

Santorin

Santorin hat für vegane Besucher zwei wesentliche Vorteile: Die Insel produziert ihre eigene einzigartige Spalterbsenvarietät (die Santoriner Fava ist ein geschütztes Herkunftsbezeichnungsprodukt), und der starke Tourismus hat dafür gesorgt, dass die meisten Restaurants dort sehr gut auf Ernährungsanforderungen eingehen.

Fava aus Santorin ist eines der besten pflanzenbasierten Gerichte in ganz Griechenland. Die lokalen gelben Spalterbsen, die im vulkanischen Boden der Insel angebaut werden, ergeben ein Püree mit einem unverwechselbar süßen, erdigen Geschmack. Man bestelle es überall — die meisten Restaurants servieren es als Vorspeise für ca. 7–10 € (Stand 2026).

Weitere gute Optionen auf Santorin:

  • Tomaten-Keftedes (Tomatenbällchen) — eine Santoriner Spezialität. Das traditionelle Rezept ist vollständig vegan: lokale Tomaten, Mehl, Zwiebeln, Minze und getrocknete Kräuter, in Olivenöl gebraten. Ca. 7–9 €.
  • Weiße Aubergine — Santorins lokale Sorte, milder und süßer als die Standardaubergine, oft einfach gegrillt oder gebacken.
  • Kapern und Kaperblätter — auf dem vulkanischen Gestein der Insel gewachsen, als Garnitur und in Salaten verwendet. In lokalen Läden zum Mitnehmen erhältlich.

In Fira und Oia: Auf Touristen ausgerichtete Restaurants sind im Allgemeinen gut darin, vegane Wünsche zu erfüllen. Das Personal spricht ausgezeichnetes Englisch und viele Speisekarten enthalten spezifische vegane Abschnitte. Die Preise sind für griechische Verhältnisse hoch: ca. 12–18 € für ein Hauptgericht, mehr in Restaurants mit Blick auf die Caldera.

Spartipp: Der Supermarkt in Fira und die kleinen Bäckereien abseits der Touristenstraße verkaufen Spanakopita und andere Gebäcke zu normalen griechischen Preisen. Dort für Wandertage einkaufen.

Mykonos

Mykonos ist die international ausgerichtetste Insel Griechenlands, was für veganes Essen sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Die Vorteile: Restaurants sind sehr gut auf diverse Ernährungsanforderungen eingestellt und viele haben inzwischen eigene vegane Abschnitte in ihren Speisekarten. Der Nachteil: Die Preise sind selbst für griechische Verhältnisse hoch.

Wo man auf Mykonos essen sollte:

  • Kleines Venedig (Little Venice) — mehrere Restaurants hier bieten inzwischen speziell gekennzeichnete vegane Optionen. Gut für ein Sit-down-Dinner mit Blick; ca. 15–20 € für Hauptgerichte einkalkulieren.
  • Mykonos Town (Chora) Nebenstraßen — kleinere, günstigere Restaurants ein oder zwei Straßen hinter der Hauptstraße. Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für traditionelle griechische Gemüsegerichte.
  • Der alte Hafen — einfachere Fisch-Tavernen, aber viele servieren ausgezeichnete Horta, Gigantes und Salate als Beilagen.

Die lokale Bäckerszene in Mykonos Town hat sich deutlich verbessert. Mehrere Bäckereien bieten inzwischen als vegan gekennzeichnetes Gebäck und guten Filterkaffee neben den üblichen griechischen Frühstücksartikeln an.

Naxos

Naxos ist die größte und landwirtschaftlich produktivste der Kykladen. Das Innere der Insel baut Kartoffeln, Zucchini, Auberginen und Zitrusfrüchte an, und das lokale Essen ist entsprechend vielfältig und frisch.

Naxos für Veganer:

Die Insel ist bekannt für Milchprodukte (naxischer Käse ist berühmt), sodass traditionelle Tavernen oft zu milchlastigen Gerichten tendieren. Die Gemüsegerichte sind jedoch ausgezeichnet. Die naxische Kartoffel ist ein speziell geschütztes Produkt — ungewöhnlich dicht und geschmackvoll. Man suche nach Gerichten, in denen sie vorkommt: mit Tomaten und Olivenöl geschmort oder einfach gebacken.

In Naxos Town (Chora): Mehrere Cafés in der alten venezianischen Stadt bieten inzwischen Hafermilch und vegane Kuchenoptionen an. Der Morgenmarkt in der Nähe des Hafens ist ein guter Ort, um lokales Gemüse und Obst zu kaufen.

Im Dorf Apeiranthos (im Landesinneren): Eines der schönsten Dörfer der Kykladen mit kleinen traditionellen Tavernen, wo die Speisekarte im Sommer vollständig saisonal und gemüsezentriert ist. Weniger Touristen, keine englischen Speisekarten, sehr gutes Essen.

Paros

Paros erfreut sich wachsender Beliebtheit bei einem jüngeren, gesundheitsbewussten Reisepublikum und die Restaurantszene spiegelt das wider. Mehrere Cafés in Parikia (der Hauptstadt) und Naoussa haben vegane Speisekarten oder klar gekennzeichnete vegane Abschnitte.

In Parikia: Die kleinen Straßen rund um die Kirche Panagia Ekatontapiliani haben mehrere gute Café-Restaurants. Man suche nach Café Distrato und ähnlichen Nachbarschaftsspots mit handgeschriebenen Speisekarten — die saisonalen Gemüsegerichte dort sind zuverlässig.

In Naoussa: Gehobener und touristisch ausgerichteter. Mehrere Restaurants haben sich an internationale Ernährungsanforderungen angepasst. Der Fisch ist ausgezeichnet; die Gemüseoptionen sind im Allgemeinen gut ausgeführt, auch wenn sie nicht der Hauptfokus der Speisekarte sind.

Zwischen beiden: Die Straße zwischen Parikia und Naoussa führt durch das Inselinnere, wo kleine traditionelle Tavernen Essen servieren, das sich je nach den täglich angebauten oder geernteten Produkten fast täglich ändert. Das sind die besten Essenspunkte auf Paros.

Rhodos

Rhodos hat eine komplexere kulinarische Identität als die Kykladen — osmanische, italienische und griechische Einflüsse haben die lokale Küche alle geprägt. Für vegane Besucher ist das größtenteils positiv: eine breitere Palette an Grundzutaten und Zubereitungsarten.

In der Altstadt von Rhodos: Die atmosphärischen mittelalterlichen Straßen bieten eine Reihe von Restaurants, von touristisch ausgerichtet bis zu echten lokalen Spots. Die kleinen Familien-Tavernen in den ruhigeren Teilen der Altstadt sind die zuverlässigsten für traditionelle Gemüse-Mezedes.

In Lindos: Sehr stark touristisch und die Preise spiegeln das wider. Salate und Mezedes sind überall erhältlich, aber gemüsezentrierte Gerichte sind weniger prominent als auf Kreta oder den Kykladen. Einen Besuch wegen der Architektur und des Ausblicks wert; weniger beeindruckend für pflanzenbasiertes Essen im Besonderen.

Rhodische Spezialitäten, nach denen man Ausschau halten sollte:

  • Pitaroudia — Kichererbsenfritter mit Zwiebeln und Kräutern, eine Rhodische Spezialität. Oft vollständig vegan.
  • Melekouni — eine traditionelle Süßigkeit aus Sesam und Honig (nicht vegan, aber wissenswert, da es häufig als lokales Geschenk auftaucht).

Korfu

Korfus venezianische und britische Kolonialgeschichte hat der Insel eine etwas andere kulinarische Tradition hinterlassen als dem griechischen Festland. Mehrere Restaurants, insbesondere in Korfu-Stadt (Kerkyra), bedienen inzwischen explizit vegane Ernährungsweisen.

Sofrito und Pastitsada — die beiden bekanntesten Korfu-Gerichte enthalten beide Fleisch. Veganes Essen auf Korfu bedeutet, sich auf die ausgezeichneten Mezedes zu konzentrieren.

In Korfu-Stadt: Die Liston-Promenade und die Altstadt haben mehrere Café-Restaurants mit veganen Optionen. Das alte jüdische Viertel hat kleinere, traditionellere Lokale.

An der Nordküste (Kassiopi, Roda): Stärker resort-orientiert, mit der üblichen Mischung aus Touristenrestaurants. Die lokalen Supermärkte sind gut mit Grundprodukten versorgt.

Kleinere Zykladeninseln

Sifnos — in Griechenland berühmt für Revithada, eine Kichererbsensuppe, die über Nacht in Tontöpfen im gemeinschaftlichen Holzfeuerofen gegart wird. Vollständig vegan und außergewöhnlich. Die Insel hat einen starken kulinarischen Ruf; die Kichererbsengerichte hier sind allein die Reise wert.

Folegandros — klein, relativ unberührt und mit einer begrenzten, aber ausgezeichneten Restaurantszene. Der Fokus liegt auf saisonalen Zutaten und die Gemüsegerichte sind einfach und gut zubereitet. Weniger wahrscheinlich, speziell gekennzeichnete vegane Optionen zu finden; wahrscheinlicher, ausgezeichnetes Essen zu finden, das zufällig pflanzenbasiert ist.

Milos — stark bei Meeresfrüchten, aber auch gut für pflanzenbasiertes Essen. Die Gegend um Pollonia im Norden hat kleine Restaurants mit frischen Saisonspeisekarten. Milos-Kapern und Kaperblätter sind in lokalen Läden erhältlich.

Ikaria — eine Insel, die für ihre außergewöhnlichen Langlebigkeitsstatistiken bekannt ist, die unter anderem auf eine traditionelle Ernährung mit vielen Hülsenfrüchten, wilden Kräutern, Olivenöl und Gemüse zurückgeführt werden. Vegan auf Ikaria zu essen ist eine direkte Begegnung mit einer der weltweit am meisten untersuchten gesunden Ernährungsweisen.

Allgemeine Tipps für veganes Inselesssen

Nach den Tagesgerichten fragen. Auf kleineren Inseln und in traditionellen Tavernen ist das beste pflanzenbasierte Essen oft nicht auf der gedruckten Speisekarte, sondern als Tagesgericht erhältlich, je nachdem, was morgens vom lokalen Markt oder Garten geliefert wurde.

Das Wort nistisimo (fastenkonforme Kost) ist auf kleineren Inseln nützlich, wo Veganismus als Konzept möglicherweise nicht weit verbreitet ist. Fastenessen bedeutet kein Fleisch, kein Fisch, keine Milchprodukte und keine Eier.

Nüsse und Obst für Fährfahrten mitbringen. Fährcafeterien sind nicht veganer-freundlich; das Essen ist teuer und überwiegend auf Fleisch- und Käsebasis. Für Fahrten von mehr als zwei Stunden Essen einpacken.

Abendzeiten. Inselrestaurants, insbesondere an kleineren Standorten, öffnen zum Abendessen oft erst ab 19 oder 20 Uhr. Mittagessen wird nicht immer serviert. Dies bei Ankunft prüfen, um nicht mitten am Tag ohne Optionen zu sein.

Wochenmärkte (Laiki). Fast jede Inselstadt hat einen wöchentlichen Bauernmarkt, wo frische Produkte zu sehr günstigen Preisen verkauft werden. Herauszufinden, wann und wo der eigene stattfindet, ist eine der besten Dinge für das Essensbudget.

Für einen tieferen Einblick in die traditionellen griechischen pflanzenbasierten Gerichte, die der Inselküche zugrunde liegen, siehe unseren vollständigen veganen Speiseführer Griechenland. Für geführte Essen- und Markttouren auf den Inseln Griechenland-Touren durchstöbern — viele Anbieter bieten Kleingruppen-Erlebnisse mit Fokus auf lokale Küche und Produzenten an.

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