Rhodos Reiseführer: Die komplette Inselguide
Rhodos: UNESCO-Altstadt, Akropolis Lindos, Strände Faliraki und Tsambika. Eintrittspreise, Hotels ab 70 Euro und Anreise aus Deutschland.
Rhodos ist die größte der Dodekanes-Inseln und einer der historisch bedeutsamsten Orte Griechenlands. Die Johanniter-Ritter hielten die Insel von 1309 bis 1522 und hinterließen eine mittelalterliche Stadtmauer, die bis heute die vollständigste im gesamten Mittelmeer ist — eine bewohnte Stadt aus gotischen Kirchen, osmanischen Moscheen, byzantinischen Überresten und gepflasterten Gassen, die seit sieben Jahrhunderten ununterbrochen besiedelt ist.
Rhodos-Altstadt (UNESCO-Welterbe)
Die Altstadt ist der Hauptgrund für einen Rhodos-Besuch. Die 4 km langen Stadtmauern, über zwei Jahrhunderte von den Rittern gebaut und verstärkt, umschließen eine außergewöhnlich ausgefeilte Befestigungsanlage mit elf Toren, Wassergräben und Türmen.
Ritterstraße (Ippoton): Die zeremonielle Gotikstraße mit den Herbergen der einzelnen Nationen — kostenlos zu besichtigen, die meistfotografierte Straße auf Rhodos.
Palast des Großmeisters: Der rekonstruierte Sitz der Ritter. Eintritt 6 Euro Erwachsene (Stand 2026), geöffnet Dienstag–Sonntag 8:00–20:00. Zwei außergewöhnliche Mosaikböden aus frühchristlichen Basiliken.
Archäologisches Museum: Untergebracht im ehemaligen Krankenhaus der Ritter (15. Jahrhundert) — Hauptstück ist die Aphrodite von Rhodos. Eintritt 6 Euro Erwachsene.
Lindos
Ein Akropolis-Hügel über einem weiß getünchten Dorf, mit einer Sandbucht darunter. Die Akropolis (12 Euro Erwachsene, täglich 8:00–20:00 Uhr in der Hauptsaison geöffnet) enthält einen dorischen Tempel der Athena Lindia aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. sowie eine ausgedehnte Ritterburg.
Anfahrt: 47 km südlich von Rhodos Stadt. KTEL-Bus ca. 3,50 Euro, 1 Stunde. Taxi ca. 50–60 Euro einfache Fahrt. Im Hochsommer sehr überfüllt — früh morgens ankommen.
Die besten Strände
Tsambika: Der beliebteste Strand der Insel — ein langer Bogen aus feinem goldenen Sand an der Ostküste, 27 km von Rhodos Stadt. Ruhiges Wasser, gute Schnorchelgelegenheiten am nördlichen Ende, ein Kloster auf dem Felsen darüber (395 Stufen, lohnt den Aufstieg). KTEL-Bus ca. 3 Euro.
Anthony-Quinn-Bucht: Eine kleine felsige Bucht zwischen Faliraki und Ladiko, benannt nach dem Schauspieler, der hier Die Kanonen von Navarone drehte und die Bucht später kaufte. Kein Sandstrand, aber außergewöhnlich klares Wasser über weißen Kieseln — viel ruhiger als Faliraki.
Faliraki: Der größte Badestrand der Insel — ein 5 km langer Sandstreifen mit vollständiger Ausstattung (Liegestühle, Wassersport, Strandclubs). Im Hochsommer voll, aber der Strand ist lang genug zum Verteilen.
Prasonisi: Der südlichste Punkt der Insel, wo eine Sandbank das Meer in zwei unterschiedliche Buchten teilt — die Westseite ist rau (Surfen, Kitesurfen), die Ostseite ruhig (Schwimmer, Anfänger). Einer der besten Surfspots Griechenlands.
St. Paul’s Bay (Lindos): Eine kleine, vollständig geschlossene türkisfarbene Bucht direkt unterhalb der Lindos-Akropolis — zu Fuß vom Dorf oder per Boot vom Hauptstrand Lindos. Klares Wasser, dramatischer Klippen-Hintergrund.
Tagesausflug: Symi
Eine atemberaubende Hafeninsel 50 Minuten von Rhodos per Schnellboot — neoklassizistische Villen in Ocker-, Gelb- und Terrakottatönen auf einem steilen Hang. Kein Massentourismus, keine Autos in der Hafenstadt. Tagesausflüge ca. 35–50 Euro (Boot ohne Führung); Abfahrt vom Mandraki-Hafen. Symi gilt als eine der schönsten Inseln der Ägäis.
Unterkünfte
Günstig (50–90 Euro/Nacht): Einfache Hotels in der Altstadt oder Neustadt, kurze Fußwege zu den Stadtmauern. Deutlich günstiger als Santorin und Mykonos.
Mittelklasse (110–180 Euro/Nacht): Marco Polo Mansion (Altstadt) — ein renoviertes Haus aus dem 15. Jahrhundert mit acht individuell gestalteten Zimmern, ab ca. 130 Euro/Nacht. Spirit of the Knights Luxury Rooms — mittelalterliches Gebäude in einer ruhigen Altstadtgasse, ab ca. 145 Euro/Nacht.
Luxus (250+ Euro/Nacht): Melenos Lindos in Lindos-Dorf — zwölf individuell gestaltete Zimmer mit Lindos-Schnitzereien und Panoramaterrassen, ab ca. 350 Euro/Nacht in der Hochsaison. Rodos Park Suites & Spa (Neustadt) ab ca. 250 Euro/Nacht.
Restaurants
To Steno (Altstadt, Agionos-Straße): Enge Mezedopoleion im Türkenviertel — kleine Teller mit lokalen Mezedes, ausgezeichnete gebratene Zucchini und gegrillter Oktopus. Ca. 18–28 Euro pro Person.
Hatzikelis (Mandraki-Hafen, Neustadt): Rhodos’ angesehenste Fischrestaurant — ganzer gegrillter Fisch, Seeigel, gute Weinkarte. Ca. 35–60 Euro pro Person. Im Juli und August vorher reservieren.
Anreise aus Deutschland
Flug: Direktflüge im Sommer von Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Köln/Bonn nach Rhodos (Flughafen Diagoras, RHO). Günstiger über Athen mit Anschlussflug. Der Flughafen liegt 14 km von Rhodos Stadt — Bus ca. 2,50 Euro, Taxi ca. 25 Euro.
Fähre: Von Piräus (Athen) ca. 16–20 Stunden Übernachtfahrt, Deck ab ca. 40 Euro, Kabine ab ca. 65 Euro. Mehrere Anbieter (ANEK, Blue Star Ferries). Die Fähre legt am Kolona-Hafen an, kurze Fußweg zur Altstadt.
Fortbewegung auf Rhodos
KTEL-Busse fahren vom zentralen Busbahnhof am Mandraki-Hafen nach Faliraki (ca. 2,20 Euro), Lindos (ca. 3,50 Euro) und den meisten Urlaubsorten. Mietwagen ab ca. 35–55 Euro/Tag für mehr Flexibilität bei kleineren Stränden und Innenstädten.
Beste Reisezeit
Mai und Juni sind die besten Monate für Rhodos — Temperaturen 25–28 °C, das Meer warm genug zum Schwimmen, die Altstadt ohne Massen begehbar, Preise 25–40 % unter dem Höhepunkt. September ist fast ebenso gut. Juli und August bringen starken Pauschaltourismus — die Altstadt füllt sich bis 10 Uhr mit Busgruppen.
Praktische Hinweise
Rhodos hat eine der längsten Saisonen Griechenlands — das Wetter ist von April bis November gut, was Vor- und Nachsaisonreisen attraktiv macht. Für historisch interessierte Reisende lohnt die Kombination von Altstadt, Lindos und einem der ruhigeren Dodekanes-Inseln (Symi, Halki, Tilos).
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