Mondhafte weiße Vulkanasche-Formationen am Sarakiniko-Strand auf der Insel Milos, Griechenland

Sehenswürdigkeiten auf Milos: Sarakiniko, Kleftiko und Plaka-Dorf

Was man auf Milos unternehmen kann: Sarakiniko, Kleftiko-Meereshöhlen, Bootstouren, Katakomben, Plaka und verborgene Strände. Tipps und Preise 2026.

Milos ist wie keine andere Insel in Griechenland. Die Vulkangeologie hat Landschaften hervorgebracht, die eher wie der Mond als wie das Mittelmeer aussehen – weiße Ascheformationen, in Klippen gehöhlte Meereshöhlen und bunte Felsen in Orange, Pink und Ocker, je nach Mineralgehalt. Die Insel hat über 70 benannte Strände, von denen keine zwei gleich aussehen. Ein Mietwagen ist fast unverzichtbar.

Sarakiniko Beach

Das Erste, was man auf Milos tut, ist, nach Sarakiniko zu fahren. Nirgendwo in Griechenland sieht es so aus. Weißer Vulkanasche, durch Jahrtausende verdichtet und erodiert, bildet glatte weiße Felsformationen, die in transparentes türkisfarbenes Wasser stürzen. Der Mondvergleich ist überstrapaziert, aber er ist der richtige – die Landschaft ist absolut außerirdisch.

Der Strand am Fuße der Felsen ist bei Niedrigwasser zugänglich und bietet ein Schwimmbad in außergewöhnlicher Umgebung. Die Felsen selbst sind zum Springen beliebt – von kleinen Absprüngen bis hin zu höheren Vorsprüngen –, aber Bedingungen sorgfältig einschätzen; die Felsen sind nass rutschig und eine Strömung zieht durch die Bucht. Die besten Fotos entstehen auf der rechten Seite der Bucht, wo die Formationen am höchsten gestapelt sind.

Anfahrt: 7 km nördlich von Adamas per Straße. Ortsbus von Adamas fährt im Sommer mehrmals täglich. Zu Fuß gehen oder Roller mieten für Flexibilität.

Kosten: Kostenlos. Keine Einrichtungen vor Ort außer einem kleinen Café in der Nähe.

Beste Zeit: Vor 9:00 Uhr oder nach 17:00 Uhr, um Hochbetrieb und hartes Mittagslicht zu vermeiden.

Kleftiko-Meereshöhlen (Bootssafari)

Kleftiko liegt an der abgelegenen Südwestküste von Milos und ist nur per Boot zugänglich. Das Gebiet ist eine Reihe verbundener Meereshöhlen, Bögen und Felsnadeln, die aus Wasser ragen, das je nach Tiefe von Hellgrün bis Tiefblau wechselt. Die Höhlen wurden historisch von Piraten als Unterschlupf genutzt – der Name leitet sich vom griechischen kleftis (Dieb) ab.

Eine ganztägige Bootstour von Adamas besucht Kleftiko als Hauptattraktion, mit typischen Stopps in der Sykia-Höhle (eine eingestürzte, oben offene Meereshöhle), Gerakas (nur per See erreichbarer Strand) und mehreren Schwimmstopps in klarem Wasser. Manche Touren schließen das Mittagessen ein; beim Buchen prüfen, was inbegriffen ist.

Betreiber: Mehrere Unternehmen fahren ab dem Hafen von Adamas. Preise ca. 35–50 € pro Person für eine Ganztages-Tour (Stand 2026). Privatbootsvermietung ist ebenfalls möglich, zu deutlich höheren Kosten.

Im Voraus buchen: Beliebte Ganztagestouren füllen sich bis Saisonmitte. Die erste oder zweite Nacht auf der Insel buchen oder online im Voraus in Juli–August.

Plaka-Dorf und das Kastro

Plaka ist die Hauptstadt von Milos – ein weißes Hügeldorf in traditionellem Kykladen-Muster, mit dem Kastro (Burg) an der Spitze. Die Aussicht vom Kastro über die Bucht ist ausgezeichnet, besonders bei Sonnenuntergang. Das Dorf hat ein Archäologisches Museum (Eintritt ca. 3 €, Stand 2026), das eine Kopie der berühmten Venus von Milo zeigt (das Original ist im Louvre; eine Kopie ist hier zusammen mit echten lokalen Funden ausgestellt).

Unterhalb von Plaka überblickt das benachbarte Dorf Trypiti das antike Theater. Die Stätte ist klein, aber die Lage – ein Hang mit Blick auf die Bucht – verleiht den Ruinen mehr Atmosphäre, als ihr bescheidener Zustand vermuten lässt. Der Eintritt ist frei.

Die Christlichen Katakomben von Milos

Eine der bedeutendsten frühchristlichen Stätten im Mittelmeer: Die Katakomben von Milos enthalten die Überreste von ca. 8.000 Christen, die zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert n. Chr. in unterirdischen Gängen aus weichem Vulkangestein begraben wurden. Die Stätte stammt aus einer Zeit, als das Christentum im Römischen Reich noch verfolgt wurde, und die Milos-Katakomben gehören zu den ältesten und besterhaltenen ihrer Art außerhalb Roms.

Die Führung (geführt, ca. 30–40 Minuten) führt durch den Hauptgang bei künstlichem Licht. Die Stätte ist atmosphärisch und sachlich informativ, kein Touristenspektakel. Zusammen mit dem nahe gelegenen antiken Theater und dem Venus-von-Milo-Fundort unterhalb von Trypiti ergibt dieses Gebiet einen stimmigen halben Tag mit Geschichte.

Eintritt: Ca. 6 € (Stand 2026). Aktuelle Preise und Öffnungszeiten unter odysseus.culture.gr.

Lage: 2 km südöstlich von Plaka, nahe dem Dorf Trypiti.

Firopotamos, Mandrakia und die Syrmata-Fischerdörfer

Die traditionellen Fischerdörfer von Milos – Firopotamos an der Nordküste, Mandrakia im Nordosten – sind Reihen von bunt gestrichenen Bootshäusern (Syrmata), die direkt in den Fels auf Meereshöhe gebaut sind, jedes mit einer eigenen Tür, die sich über dem Wasser öffnet. Sie gehören nach Sarakiniko zu den meistfotografierten Motiven auf Milos.

Diese Dörfer sind klein, ruhig und am frühen Morgen oder späten Nachmittag am besten, wenn das Licht die bemalten Fassaden einfängt. Es gibt keine größeren Einrichtungen – keine Restaurants, keine Läden – nur die Häuser, die Fischerboote und das Meer.

Strände jenseits von Sarakiniko

Milos hat mehr Strandvielfalt als fast jede Insel Griechenlands:

Tsigrado: Ein schmaler Felsspalt führt hinunter zu einem kleinen Strand in einer geschützten Bucht per Seil an einer Leiter. Der Zugang ist abenteuerlich; das Ergebnis ist ein privater Schwimmspot, der den meisten unzugänglich ist.

Firiplaka: Einer der am leichtesten zu erreichenden großen Strände, Südküste. Rot-orange gestreifte Klippen, klares Wasser, Taverne. Lang und nach Milos-Maßstäben nicht zu überfüllt.

Paleochori: Langer Südküstenstrand mit Thermalquellen, die als warmes Wasser durch den Sand sickern. Geologisch seltsam und bei Stammgästen beliebt. Zwei Tavernen am Strand.

Agia Kyriaki: Ruhiger Strand südlich von Adamas mit einfacher Straßenanbindung und einer ausgezeichneten Fischtaverne in der Nähe.

Pollonia und das Milos-Bergbaumuseum

Pollonia an der Nordostküste ist der Abfahrtspunkt für die kurze Fähre nach Kimolos (20 Minuten) und hat ein entspanntes Ufergebiet mit guten Tavernen und einem kleinen Sandstrand.

Das Bergbaumuseum in Adamas (Eintritt ca. 5 €, Stand 2026) dokumentiert die umfangreiche Industriegeschichte von Milos – die Insel wurde seit der Steinzeit für Obsidian abgebaut, später für Bentonit, Kaolin, Perlit und andere Mineralien. Es ist ein wirklich ungewöhnliches Museum für eine griechische Insel.

Praktische Hinweise

Fortbewegung: Adamas ist der zentrale Hafen. Ortsbusse verbinden Plaka, Sarakiniko und Pollonia. Ein Roller oder Auto erschließt die weniger gut angebundenen Strände und Dörfer.

Wasser: Aus dem Hahn trinkbar, aber manche Besucher bevorzugen Flaschenwasser. Wasser auf Bootstouren und bei Strandsausflügen mitbringen.

Schatten: Sarakiniko hat mittags fast keinen. Früh hingehen oder Sonnenschirm mitbringen.

Unterkunftsbasis: Die meisten Besucher bleiben in Adamas (meiste Dienstleistungen, Hafennähe) oder Plaka (bessere Atmosphäre, höher gelegen).


Für den vollständigen Milos-Inselführer: Milos Reiseführer. Für Strände von Sarakiniko bis Firiplaka: Strände auf Milos. Für Restaurants in Plaka und Adamas: Restaurants auf Milos.

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