Kefalonia — Reiseführer
Kefalonia: Myrtos Beach, der Melissani-Höhlensee, der Hafen von Fiskardo und der Robola-Wein – die schönste Ionische Insel.
Kefalonia (auch Kephalonia geschrieben) ist die größte der Ionischen Inseln – mit 781 Quadratkilometern groß genug, um sich wie ein echter Ort und nicht wie ein Strandresort anzufühlen. Das Erdbeben von 1953 zerstörte den Großteil der historischen Gebäude, aber die Landschaft selbst ist außergewöhnlich: steile Kalksteinberge fallen ins türkisfarbene Wasser, unterirdische Höhlen, Weinberge, die den ausgezeichneten Weißwein Robola produzieren, und Häfen, die von dem lebhaften Hauptort Argostoli bis zum perfekt erhaltenen Fiskardo im Norden reichen.
Myrtos Beach
Durchgängig als einer der schönsten Strände Europas ausgezeichnet – ein Kieselstrand am Fuß einer 250 Meter hohen vertikalen Kalksteinklippe, über eine kurvenreiche Straße vom Klippenaussichtspunkt aus erreichbar. Das Wasser hat eine außergewöhnliche blau-weiße Farbe vom hellen Kalkstein-Meeresboden.
Der Aussichtspunkt: Parkbuchtt 12 km nördlich von Argostoli auf der Hauptküstenstraße. Die beste Fotoposition; kostenlos. Zu verschiedenen Tageszeiten besuchen – die Farbe verändert sich erheblich mit dem Sonnenwinkel.
Der Strand: 750 Meter Abstieg per Straße (fahren oder gehen). Weiße Kieselsteine (kein Sand), kaum Schatten außerhalb des kleinen Strandbar-Bereichs. Das Wasser ist selbst im August kalt. Liegestühle ca. 10–15 Euro pro Paar. In der Hochsaison von 11–15 Uhr extrem überfüllt. Frühzeitig – vor 9 Uhr – anreisen oder am Nachmittag besuchen, wenn die Massen nachlassen.
Melissani-Höhle
Ein unterirdischer See in einem eingestürzten Höhlensystem, dessen Wasser elektrisch blau-grün leuchtet, wenn die Sonne die Öffnung in der Höhlendecke erreicht. Boote rudern durch die zwei Kammern – das Erlebnis dauert ca. 15–20 Minuten. Eintritt 7 Euro für Erwachsene (Stand 2026), täglich 9–19 Uhr in der Saison geöffnet. Liegt nahe Sami an der Ostküste.
Wann besuchen: Die Farbe ist am intensivsten gegen Mittag (die Sonne trifft das Wasser direkt durch das eingestürzte Dach). Zwischen 11:30 und 13:30 Uhr für den besten Effekt gehen.
In der Nähe: Drogarati-Höhle (2 km von Melissani) – eine Stalaktiten-Höhle mit guter Akustik, gelegentlich als Konzertveranstaltungsort genutzt. Eintritt 5 Euro für Erwachsene.
Fiskardo
Das einzige Dorf auf Kefalonia, das das Erdbeben von 1953 unbeschadet überstand – eine perfekt erhaltene venezianische Hafensiedlung im äußersten Norden der Insel. Die Häuser sind aus dem 18. Jahrhundert venezianisch, in Terrakotta und Ocker gestrichen; der Hafen ist mit Segelyachten gefüllt; die Meeresfrüchte-Restaurants säumen das Ufer.
Fiskardo ist teuer – das Dorf hat sich am oberen Ende des ionischen Marktes positioniert. Das Abendessen in den Hafenrestaurants kostet ca. 35–60 Euro pro Person. Für einen Mittagsbesuch oder einen Nachmittag lohnenswert, nicht als Basis, es sei denn, das Budget ist kein Problem.
Assos
Ein kleines Dorf zwischen Fiskardo und Argostoli – ein schmaler Isthmus verbindet das Dorf mit einer kiefernbewaldeten Halbinsel mit einer venezianischen Festung an der Spitze. Eines der fotogensten Dörfer der Ionischen Inseln. Begrenzte Unterkunft; gut für einen Halbtagsstopp.
Argostoli
Die Inselhauptstadt – nach 1953 in einem schlichten, aber funktionalen Stil wiederaufgebaut. Das Korgialenios Geschichts- und Volkskundemuseum (Ilia Zervou 12, Eintritt 4 Euro) hat gute Dokumentation des vorseismischen Kefalonia. Die Drapano-Brücke überquert die Lagune; die Meeresschildkröten, die sich abends am Kai versammeln, sind ein bekanntes lokales Phänomen.
Robola-Wein: Der DAB-Weißwein von Kefalonia, aus der Robola-Traube – trocken, knackig, mineralisch. Die Robola-Genossenschaftswinzerei (12 km südlich von Argostoli, in Omala) bietet Verkostungen an (kostenlos, Montag–Samstag).
Wo schlafen
Budget: Argostoli-Bereich, kleine Hotels und Studios ab ca. 70 Euro/Nacht. Guter Ausgangspunkt für die Erkundung der ganzen Insel.
Mittelklasse: Fiskardo-Bereich mit Boutique-Hotels in restaurierten venezianischen Gebäuden ab ca. 180 Euro/Nacht Hochsaison. Agia Efimia und die Südküste bieten strandnahe Optionen ab ca. 65 Euro/Nacht.
Gehoben: Luxuriöse Fiskardo-Unterkünfte und Boutique-Resorts rund um die Insel, ab ca. 300 Euro/Nacht Hochsaison.
Wo essen
Tassia (Fiskardo): Das herausragende Restaurant der Insel, geführt von Kochbuchautorin Tassia Dendrinou – ca. 40–65 Euro pro Person. Reservierung empfohlen.
Tavernas in Argostoli: Günstigere Tavernen in der Hauptstadt bieten gute traditionelle Gerichte für ca. 15–30 Euro pro Person, mit Blick auf die Lagune.
Lokale Meeresfrüchte: Entlang der Ostküste, Sami und Agia Efimia, finden sich frische Meeresfrüchte-Tavernen zu ca. 20–35 Euro pro Person.
Robola-Wein
Robola ist der Leitwein der Insel – aus der einheimischen Robola-Traube in den Weinbergen rund um Omala, auf 600–900 m Höhe im Inneren hergestellt. Eigenschaften: trocken, leicht im Körper, knackige Säure, mineralisch und mit Zitruszoten. Passt gut zu frischen Meeresfrüchten und leichten Käsesorten.
Robola-Genossenschaftswinzerei (Omala, 12 km südlich von Argostoli): Der Hauptproduzent – eine Genossenschaft lokaler Winzer. Bietet kostenlose Verkostungen und Flaschenkauf an (Montag–Samstag, ca. 8–17 Uhr).
Gentilini-Winzerei: Kleines privates Weingut nahe Minies, produziert Robola neben Muskat und einem lokalen Rosé. Verkostungen nach Voranmeldung offen; ca. 10 Euro pro Person für eine geführte Verkostung.
Anreise und Mobilität
Flug: Inlandsflug von Athen nach Kefalonia (EFL), ca. 1 Stunde, ab ca. 40 Euro.
Fähre von Killini (Peloponnes): Ca. 1,5 Stunden nach Poros; von Patras nach Sami ca. 2,5 Stunden.
Wichtig: Kefalonia hat drei Häfen – Sami (Ostküste, Hauptfähren von Patras), Poros (Südosten, Fähren nach Killini) und Argostoli (Westküste, saisonale Verbindungen). Beim Buchen prüfen, welcher Hafen die Strecke bedient – Sami und Poros liegen an gegenüberliegenden Enden der Insel.
Fortbewegung auf der Insel: Kefalonia ist groß – ohne Auto ist es schwierig. KTEL-Busse fahren von Argostoli nach Sami, Fiskardo, Poros und Skala, aber die Dienste sind selten (typischerweise 2–3 Mal täglich pro Strecke). Mietwagen werden dringend empfohlen – ca. 40–60 Euro/Tag für einen Kleinwagen. Taxis von Argostoli nach Fiskardo ca. 60–70 Euro einfach.
Beste Reisezeit
Juni und September sind ideal – das Meer ist warm, die Insel ist nicht überfüllt, und Unterkünfte sind 30–40 % günstiger als in der Hochsaison. Juli–August ist belebt, aber handhabbar, außer an Myrtos Beach (der sehr voll wird). Mai eignet sich gut zum Wandern; die Insel ist nach den Winterregen üppig.
Die genannten Preise sind ungefähre Angaben für 2026 – bitte aktuelle Preise vor der Buchung prüfen.
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