Nafplios Altstadt mit der Palamidi-Festung auf dem Hügel und dem Meer dahinter

Nafplio Reiseführer — Griechenlands schönste Kleinstadt

Venezianische Altstadt, die 999-stufige Palamidi-Festung, Bourtzi-Seeschloss und Tagesausflüge nach Mykene und Epidaurus: schönste Stadt im Peloponnes.

Nafplio war nach der Unabhängigkeit Griechenlands die erste Hauptstadt des Landes (1822–1834) und trägt noch heute eine Würde, die den meisten griechischen Städten fehlt. Die venezianische Altstadt — dreigeschossige neoklassizistische Häuser, bougainvilleaüberwachsene Gassen, ein lebendiger Hafen — ist einer der fotogensten Stadträume des Landes. Trotzdem ist Nafplio weniger überlaufen als es verdient hätte.

Die Palamidi-Festung

Das Palamidi (venezianisch, erbaut 1711–1714) sitzt auf einem 216 m hohen Felsvorsprung über der Stadt und war darauf ausgelegt, uneinnehmbar zu sein. Es wurde 1822 von griechischen Unabhängigkeitskämpfern nach einer 18-monatigen Belagerung eingenommen.

Eintritt: Ca. 8 € (ermäßigt ca. 4 €, Stand 2026). Die Treppe von der Altstadt aus dauert ca. 20–30 Minuten; der Straßenzugang von Norden ist ein kürzerer Weg vom Parkplatz.

Öffnungszeiten: Im Sommer täglich 8–20 Uhr, im Winter 8–15 Uhr.

Der Blick von oben umfasst den gesamten Argolischen Golf, die Altstadt darunter, die Inselburg Bourtzi und die Berge des Peloponnes. Auch im Sommerheat lohnt sich der Aufstieg — früh morgens oder spätnachmittags gehen.

Die Altstadt

Nafplios Altstadt nimmt eine kleine Halbinsel ein. Die Hauptfußgängerzone (Staikopoulou) führt zum Syntagma-Platz — das erste Parlamentsgebäude des modernen Griechenlands (1829) steht auf der Ostseite des Platzes, heute ein Museum.

Die Stadt hat drei deutliche Schichten: byzantinisch (die Überreste des antiken Nafplio unter den Straßen), venezianisch (die venezianischen Mauern, die Acronauplia-Festung, die eleganten Stadtpalais) und osmanisch (die Moscheen — die Trianon-Moschee am Syntagma-Platz ist heute Ausstellungsraum).

Bourtzi

Die kleine Inselfestung in der Mitte des Hafens (15 Minuten per Boot vom Stadtanleger) war ursprünglich venezianisch, später osmanisch und diente im 19. Jahrhundert als Residenz des Stadthenkers. Boote fahren vom Hafen (ca. 5 € hin und zurück, unregelmäßiger Fahrplan). Das Äußere ist beeindruckender als das Innere.

Unterkunft in Nafplio

Budget: Dimitris Bekas Rooms (Altstadtgästehaus, ab ca. 55 €/Nacht, zuverlässig und zentral), Hotel Marianna (kurze Gehstrecke vom Stadtzentrum, einfach aber sauber, ab ca. 60 €/Nacht).

Mittelklasse: Aetoma Boutique Hotel (schöne Zimmer in einem renovierten Herrenhaus, ab ca. 95 €/Nacht), Pension Marianna (Altstadt, ruhige Lage, ab ca. 80 €/Nacht), 3sixty Hotel (Waterfront, modernes Design, ab ca. 110 €/Nacht).

Gehobene Kategorie: Nafplia Palace Hotels & Villas (Klippenposition auf der Acronauplia, spektakulärste Lage der Stadt, ab ca. 220 €/Nacht).

Gastronomie in Nafplio

Nafplio hat eine bessere Restaurantszene als seine Größe vermuten lässt.

Sokaki: Konstant empfohlen, zuverlässige Mezedes und Grillgerichte, an der Bouboulinas-Straße (ca. 20–30 € pro Person).

Savouras: Ausgezeichnete frische Meeresfrüchte an der Uferpromenade; Fisch nach Gewicht (ca. 55–80 €/kg, Stand 2026).

Antica Gelateria di Roma: Das beste Eis in Griechenland, von italienischen Brüdern gemacht, die sich vor Jahrzehnten in Nafplio niedergelassen haben. In der Farmakopoulou-Straße, ca. 2–4 € pro Kugel.

Ta Fanaria: Zuverlässige Taverne an der Staikopoulou mit traditioneller Peloponnes-Küche, besonders gute Lammgerichte (ca. 15–25 € pro Person).

Tagesausflüge von Nafplio

Mykene (12 km): Die bronzezeitliche Palastanlage, Heimat von Agamemnon. Das Löwentor und die Schatzkammer des Atreus (Tholosgrab) sind die Höhepunkte. Eintritt ca. 12 €. Taxi von Nafplio ca. 20 € einfach, oder Bus (KTEL, ca. 2,50 €).

Epidaurus (31 km): Das antike Theater — eines der besterhaltenen der Welt, mit einer Akustik, bei der eine auf dem Orchesterboden fallengelassene Münze vom höchsten Sitz gehört werden kann. Eintritt ca. 12 €. KTEL-Bus von Nafplio ca. 4 € hin und zurück. Das Epidaurus-Festival (Juli–August) zeigt antike Dramen im Originaltheater — Karten ca. 15–60 €.

Tiryns (5 km): Mykenische Festungsanlage, älter als Mykene. Weit weniger Besucher. Eintritt ca. 4 €, sonntags frei (November–März). Leicht mit dem Fahrrad oder per kurzem Taxi erreichbar.

Argos (12 km): Die moderne Stadt liegt über dem antiken Argos — die Larissa-Festung (antik, dann venezianisch, dann osmanisch), ein großes antikes Theater und das Archäologische Museum von Argos (Eintritt ca. 6 €). Ein Halbtages-Rundkurs von Nafplio.

Anreise nach Nafplio

Mit dem Bus: KTEL Argolidos ab Athen Kifissos Terminal ca. alle 1,5–2 Stunden (ca. 2,5 Stunden, 15–18 € einfach, Stand 2026). Der Nafplio-Busbahnhof ist 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt; Taxis ab Bahnhof ca. 5 €.

Mit dem Auto: 145 km von Athen auf der A7 Autobahn nach Korinth, dann A71/E65 Richtung Süden durch die Argolis. Ca. 2 Stunden. Mautgebühren ca. 7–8 € einfach. Parken in der Altstadt ist begrenzt — die Strandparkplätze nutzen.

Strände von Nafplio

Die Altstadt hat keinen eigenen Strand, aber mehrere Strände liegen 10–20 Minuten entfernt.

Karathona: 3 km von der Altstadt, langer Sandstrand am Fuß der Palamidi-Felsen — frei zugänglich, mit saisonalen Strandbars. Zu Fuß (45 Minuten), per Taxi oder Fahrrad erreichbar.

Arvanitia: Kleinere Bucht direkt unterhalb der Palamidi-Mauern — näher an der Stadt, felsiger Einstieg, gut für ein schnelles Bad nach dem Festungsaufstieg.

Tolo: 14 km von Nafplio — der nächste ordentliche Ferienstand mit vollständiger Infrastruktur, sandig und familienfreundlich. Bus oder Taxi von Nafplio.

Beste Reisezeit

Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind ideal — angenehme Temperaturen um 20 °C, wenige Reisegruppen. Juni ist gut: warm, aber noch vor der Hochsaison. Juli–August ist belebt, besonders am Wochenende (Athener Tagestouristen). Winter ist ruhig; viele Restaurants haben reduzierte Stunden, aber die Altstadt ist angenehm zu erkunden.

Praktische Hinweise

  • Parken: Begrenzt in der Altstadt; Strandparkplätze entlang der Uferpromenade nutzen. Die meisten sind kostenlos.
  • Palamidi: Frühmorgens oder spätnachmittags besteigen — um 10 Uhr ist es auf der Treppe bereits sehr heiß.
  • Geldbeschaffung: Geldautomaten an der Platia Syntagma und entlang der Uferpromenade.
  • Geschäfte: Boutiquen und Geschäfte in der Altstadt öffnen spätnachmittags wieder nach der Mittagspause.

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