Das Hafenufer von Kalamata mit Fischerbooten und den Taygetos-Bergen dahinter

Kalamata Reiseführer — Tor zur Halbinsel Mani

Kalamata-Oliven, der byzantinische Burgberg, die Mani-Halbinsel und Waterfront-Restaurants: die lebenswerteste Stadt im südlichen Peloponnes.

Kalamata ist die größte Stadt im südlichen Peloponnes und der natürliche Ausgangspunkt für die Erkundung der Mani — einer der eigenständigsten und am wenigsten touristischen Regionen Griechenlands. Die Stadt selbst wurde nach dem Erdbeben von 1986 weitgehend neu aufgebaut, das einen Großteil des historischen Zentrums zerstörte. Die Uferpromenade (Navarinou) ist jedoch angenehm, die alte Oberstadt hat noch Charakter, und die lokale Gastroszene — insbesondere rund um die Oliven — ist ausgezeichnet.

Die Stadt

Die Oberstadt: Das Kastro (osmanisches Kastell über der Stadt) und die alten Villen aus der fränkischen und osmanischen Zeit. Das Archäologische Museum Kalamata (Benaki-Straße, Eintritt ca. 4 €, Di–So 8–15 Uhr) besitzt eine bescheidene, aber interessante Sammlung mykenischer und klassischer Objekte aus der Region.

Die Uferpromenade (Navarinou): Ein angenehmer Spazierweg entlang des Hafens — Abendwanderungen, Meeresfrüchterestaurants und das gesellschaftliche Leben der Stadt. Im Innenhafen liegen Fischerboote und kleine Cafés.

Das Marktgebiet (Aristomenous-Straße): Kalamata ist eine Arbeitsstadt der Landwirtschaft — der Zentralmarkt verkauft Mani-Produkte: Olivenöl, Kalamata-Oliven, Sonnengetrocknete Feigen (die Mani-Feige ist eine örtliche Spezialität) und lokalen Honig.

Die Mani-Halbinsel

Die Mani ist der eigentliche Grund, diesen Teil des Peloponnes zu besuchen. Die Halbinsel gliedert sich in die Exo (äußere, nördliche) Mani und die Mesa (innere, tiefe) Mani — beide sind außergewöhnlich, aber die Mesa Mani ist dramatischer.

Stoupa: Der wichtigste Badeort am Eingang zur Mani — gutes Schwimmen, mehrere Tavernen und touristische Infrastruktur. Nicht repräsentativ für die eigentliche Mani.

Kardamyli: Ein schönes Dorf an der nördlichen Mani-Küste (Exo Mani) — das ehemalige Zuhause des Reiseschriftstellers Patrick Leigh Fermor, der hier jahrzehntelang lebte. Die Umgebung von Kardamyli bietet gute Wanderungen in der Viros-Schlucht. Mehrere ausgezeichnete Boutique-Hotels.

Areopolis: Die Hauptstadt der Mesa Mani — ein kleines Städtchen aus Turmsiedlungen (die maniotischen Wachttürme wurden von verfeindeten Familien als private Festungen erbaut). Die Atmosphäre ist einzigartig in ganz Griechenland.

Diros-Höhlen (Pirgos Dirou): Per Boot zugängliches Unterwasserhöhlensystem — eine Reihe beleuchteter Kammern mit außergewöhnlichen Stalaktitenformationen, navigiert in flachbodigen Booten (ca. 1,2 km). Eintritt ca. 15 € (Stand 2026), täglich in der Saison geöffnet. Eine der besten Höhlen Griechenlands.

Kap Tenaro (Kap Matapan): Der südlichste Punkt des griechischen Festlands — 45 Minuten zu Fuß vom kleinen Dorf Porto Kagio, durch eine Landschaft verlassener byzantinischer Kirchen, antiker Ruinen und eines Leuchtturms. In der Antike glaubte man, hier liege der Eingang zur Unterwelt.

Mystras

50 km nordöstlich von Kalamata, in der Nähe von Sparta — die zerstörte byzantinische Stadtanlage, die das letzte bedeutende Zentrum byzantinischer Zivilisation vor der osmanischen Eroberung war. Ein UNESCO-Welterbe auf einem steilen Hügel mit Palästen, Kirchen mit intakten Fresken, Klöstern und Befestigungsanlagen. Einer der bemerkenswertesten Orte Griechenlands.

Eintritt: Ca. 12 € (Stand 2026). Das Gelände ist groß und steil — einplanen 3–4 Stunden und festes Schuhwerk tragen. Im Sommer 8–20 Uhr, im Winter 8–15 Uhr geöffnet.

Unterkunft in Kalamata

Budget: Hotel Rex (zentral, einfach, ab ca. 50 €/Nacht), Haikos Hotel (nahe der Uferpromenade, ab ca. 60 €/Nacht).

Mittelklasse: Elite Hotel (Strandlage, ab ca. 85 €/Nacht), Messinian Bay Hotel (Hafenblick, Pool, ab ca. 100 €/Nacht).

Mani-Gebiet (bessere Basis für die Mani-Erkundung):

  • Kardamyli: Liakoto Hotel (ab ca. 110 €/Nacht), Anniska Rooms (ab ca. 70 €/Nacht)
  • Areopolis: Pyrgos Kapetanakou (Turmhaus, ab ca. 90 €/Nacht)
  • Stoupa: Verschiedene Studios und Appartements ab ca. 65 €/Nacht

Gastronomie in Kalamata

Elies (Uferpromenade): Das beste Restaurant an der Kalamata-Strandpromenade — frischer Fisch und traditionelle Mani-Gerichte, ca. 25–40 € pro Person.

Pieria (Stadtzentrum): Zuverlässige traditionelle Taverne mit Peloponnes-Hausmannskost, ca. 15–22 € pro Person.

Kardamyli: Mehrere ausgezeichnete Tavernen im Dorf — Lela’s (traditioneller Fisch, ca. 20–30 € pro Person) ist konstant empfehlenswert.

Lokale Produkte: Kalamata-Oliven (auf dem Markt kaufen, nicht in Touristenläden — der Marktpreis liegt bei 3–5 €/kg gegenüber 8–12 € in touristischer Verpackung), Mani-Olivenöl und Sonnengetrocknete Feigen.

Anreise nach Kalamata

Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Kalamata (KLX) empfängt saisonale Direktflüge aus Deutschland und anderen nördlichen europäischen Ländern (Ryanair, easyJet). Inlandsflüge von Athen (ca. 50 Minuten, ab 40 €) mit Aegean und Sky Express verkehren ganzjährig.

Mit dem Bus: KTEL ab Athen, Busbahnhof Kifissos Terminal, ca. 4 Stunden, 28–35 € (Stand 2026). Mehrere Abfahrten täglich. Der Busbahnhof Kalamata liegt im Stadtzentrum, 10 Gehminuten von der Uferpromenade.

Mit dem Auto: 255 km von Athen auf der A7 Autobahn (Athen → Korinth → Tripoli → Kalamata). Ca. 3 Stunden. Mautgebühren ca. 12 € einfach. Ein Auto ist unverzichtbar für die richtige Erkundung der Mani.

Kalamatas Strände

Die Stadt verfügt über einen langen Sandstrand, der sich östlich des Stadtzentrums am Golf erstreckt — Blue-Flag-Auszeichnung, zu Fuß von der Altstadt erreichbar (10 Minuten), mit voller Infrastruktur in der Saison. Der Strand setzt sich ca. 9 km östlich zum Messinia-Golf-Ferienstreifen fort.

Verga Strand: 3 km westlich der Stadt, kiesig, ruhiger als der Hauptstadtstrand. Die Straße über Verga bietet herrliche Aussichten über den Messinia-Golf.

Beste Reisezeit

Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind ideal — Temperaturen um 20 °C, wenig Gedränge, und die Olivenhaine und Taygetos-Berge sehen am schönsten aus. Olivenernte (Oktober–Dezember): Die umliegende Landschaft verwandelt sich — Netze bedecken den Boden unter den Bäumen, und Olivenpressen laufen die Nacht durch. Mehrere Agrotourismusbetriebe bieten Ernteerlebnis-Touren an (ca. 25–40 € pro Person).

Praktische Hinweise

Samstagmarkt: Die Laiki Agora nahe der Altstadt ist eine der besten im Peloponnes für lokale Erzeugnisse: frische Kalamata-Oliven, Mani-Olivenöl, lokalen Feta und regionale Käsesorten. Geöffnet ca. 7–14 Uhr.

Mystras: Liegt 50 km nordöstlich von Kalamata nahe Sparta. Kombination als Halbtagesausflug bei einem Aufenthalt in Kalamata empfehlenswert.

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