Der Pamvotis-See bei Ioannina mit Bergen im Hintergrund und dem Kastro am Ufer

Sehenswürdigkeiten in Ioannina: Kastro, See und osmanische Altstadt

Sehenswürdigkeiten in Ioannina: Kastro, Ali-Paschas Insel im Pamvotis-See, osmanische Altstadt, mit Eintrittspreisen und Öffnungszeiten.

Ioannina liegt am westlichen Ufer des Pamvotis-Sees in den Bergen von Epirus — einer Region, die sich deutlich vom restlichen Griechenland unterscheidet. Die Stadt war die Hauptstadt Ali Paschas, des albanischstämmigen osmanischen Statthalters, der sich hier im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ein fast unabhängiges Reich aufbaute. Sein Schatten liegt über allem: den Kastro-Mauern, der Insel, auf der er erschossen wurde, und der vielschichtigen Geschichte der Stadt. Heute ist Ioannina eine Universitätsstadt von rund 100.000 Einwohnern mit lebhaftem Altstadtviertel und starker Kaffeekultur — der beste Ausgangspunkt für die Erkundung von Epirus. Alle Preise sind Richtwerte, Stand 2026.

Das Kastro (Befestigte Altstadt)

Das Kastro ist der ummauerte osmanische Stadtteil auf einem Felsvorsprung am Seeufer — das frühere Herzstück Ioaninas und noch immer der atmosphärischste Teil der Stadt. Die mächtigen Mauern wurden in byzantinischer, osmanischer und moderner Zeit gebaut und umgebaut. Im Inneren gibt es zwei klar voneinander getrennte Bereiche: die Hauptzitadelle mit Moscheen, Hamam und alten Gebäuden sowie die Innenzitadelle Its Kale, wo Ali Pascha seinen Palast hatte.

Der Spaziergang entlang der Außenwälle ist kostenlos und bietet Ausblicke über den See und die dahinterliegenden Berge. Eintritt in die Innenzitadelle Its Kale (mit dem Byzantinischen Museum) kostet ca. EUR 4.

Byzantinisches Museum (Its Kale): Im ehemaligen Schatzgewölbe der Innenzitadelle untergebracht. Die Ausstellung behandelt byzantinische und nachbyzantinische Kunst aus Epirus — Ikonen, Silberarbeiten, Manuskripte und Schmuck. Öffnungszeiten: Di–So ca. 8–16 Uhr; vor dem Besuch prüfen.

Die Fethiye-Moschee: Über einer früheren byzantinischen Kirche errichtet, ist die Fethiye-Moschee im Kastro eines der besterhaltenen osmanischen Sakralgebäude auf dem griechischen Festland. Das Innere ist gelegentlich zugänglich; vor Ort nachfragen.

Das alte jüdische Viertel: Ioannina hatte bis zur Deportation 1944 eine bedeutende sephardische jüdische Gemeinde — Nachfahren der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden. Die Gassen des Kastros beherbergen noch eine funktionierende Synagoge und Gedenktafeln, die an die frühere Gemeinschaft erinnern.

Ali Paschas Insel

Im Pamvotis-See liegt eine kleine bewohnte Insel — ca. 10 Minuten per Motorboot vom Hauptanleger am Mavili-Platz entfernt. Die Insel hat sieben Klöster (meist aus dem 13.–18. Jahrhundert) und ein kleines Dorf. Der eigentliche Anziehungspunkt: das Kloster des Heiligen Panteleimon, wo Ali Pascha im Januar 1822 von osmanischen Agenten in die Enge getrieben und erschossen wurde.

Das Zimmer ist noch vorhanden, inklusive der Einschusslöcher im Boden. Ein kleines Museum im Kloster beleuchtet Ali Paschas Leben, seine Beziehungen zu Lord Byron (der ihn 1809 besuchte und von ihm fasziniert war) und den politischen Kontext seiner Herrschaft. Eintritt frei; Spenden willkommen.

Bootsüberfahrt: Ca. EUR 5 hin und zurück (Stand 2026). Boote fahren tagsüber vom Anleger ab — kein fester Fahrplan, Abfahrt wenn genug Passagiere. Letzte Rückfahrt vor Sonnenuntergang.

Das Inseldorf hat einige gute Tavernen mit frischem Seefisch — Aal, Karpfen und Forelle aus dem Pamvotis-See. Das allein ist Grund genug für einen Besuch.

Seepromenade von Ioannina

Die Seepromenade — der Uferweg südlich des Mavili-Platzes — ist der tägliche Abendspazierweg der Stadt. Die Ausblicke über den See auf die Berge bei Sonnenuntergang sind ausgezeichnet, und die Promenade ist gesäumt von Cafés, Eisdielen und einigen Restaurants, die auf Seefisch spezialisiert sind.

Für den besten Blick auf das Kastro vom Wasser aus: Tretboote mieten (ca. EUR 5–8 pro Stunde im Sommer) oder einfach bei Dämmerung eine Bank am Hauptplatz aufsuchen.

Stadtmuseum und Silberhandwerk

Ioannina ist historisch für sein Silber bekannt — die Handwerker der Stadt waren im gesamten Osmanischen Reich für Schmuck und Zierrat berühmt. Das Stadtmuseum im Kastro behandelt die Lokalgeschichte mit einem starken Abschnitt über den Silberhandel. Eintritt ca. EUR 3 (Stand 2026).

Mehrere Silberschmiede arbeiten noch immer im Kastro-Bereich. Dies ist einer der besten Orte in Griechenland, um Silberschmuck mit echter handwerklicher Herkunft zu kaufen.

Dodoni — Antikes Theater und ältestes Orakel Griechenlands

Ca. 22 km südlich von Ioannina liegt die antike Stätte Dodoni mit dem ältesten Orakel des antiken Griechenlands — älter als Delphi — und einem der besterhaltenen antiken Theater des Landes. Das Theater fasst ca. 17.000 Zuschauer und wird im Sommer für Aufführungen des Epirus-Festivals genutzt. Das umliegende Heiligtum umfasst die Heilige Eiche (das Orakel, das über ein Jahrtausend von Pilgern befragt wurde) und die Überreste des Zeus-Tempels.

Eintritt: Ca. EUR 6 (Stand 2026). Täglich ca. 8–18 Uhr geöffnet (im Winter kürzer).

Anfahrt: Mit dem Auto von Ioannina ca. 30 Minuten südlich. Kein regulärer öffentlicher Nahverkehr.

Perama-Höhle

Fünf Kilometer nördlich des Zentrums liegt die Perama-Höhle — eines der größten Höhlensysteme Griechenlands mit ca. 1,1 km begehbarer Gänge voller Stalaktiten und Stalagmiten. Geführte Touren auf Griechisch und Englisch starten ca. alle 30 Minuten.

Eintritt: Ca. EUR 8 (Stand 2026). Täglich geöffnet.


Für Restaurants und Abendessen in Ioannina: Restaurants in Ioannina. Für Tagesausflüge in die Zagori-Dörfer und die Vikos-Schlucht: Tagesausflüge von Ioannina. Buchen Sie Touren in Ioannina und holen Sie sich eine Griechenland-eSIM für die Reise.

Siehe auch

Frequently Asked Questions

Lohnt sich ein Besuch der Ali-Pascha-Insel auf dem Pamvotis-See?
Ja — die Insel Nissi ist eine der ungewöhnlichsten Siedlungen Griechenlands: autofrei, mit mittelalterlichen Kirchen und dem Haus, in dem Ali Pascha 1822 erschossen wurde. Boote fahren tagsüber von der Seepromenade ab — Überfahrt ca. EUR 5 hin und zurück (Stand 2026), 10 Minuten Fahrtzeit.
Was ist im Kastro von Ioannina zu sehen?
Das Kastro ist der befestigte osmanische Stadtteil auf einem Felsvorsprung am Seeufer. Im Inneren: das Byzantinische Museum (Eintritt ca. EUR 4), die Aslan-Moschee mit ihrer Sammlung silberner Epirus-Handwerkskunst, die Überreste des Ali-Pascha-Palastes und der innere Zitadellbereich Its Kale. Der Spaziergang entlang der Außenwälle ist kostenlos und bietet die besten Ausblicke.
Wann ist die beste Jahreszeit für Ioannina?
Mai bis Juni und September bis Oktober sind am besten. Ioannina liegt auf 500 m Höhe und wird nie so heiß wie die Küste. Die Zagori-Dörfer und die Vikos-Schlucht sind in dieser Zeit für Wanderungen ideal. Winter sind kalt und neblig — mit einer eigenartigen Atmosphäre über dem See, die manche Reisende sehr schätzen.

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